8. Januar 2021
Nein, die Kälte stört mich nicht…

Naja, so richtig Winter kann man das in unseren Breiten ja ohnehin nicht nennen. Es liegt weder Schnee, noch haben wir Frost und Eis auf der Förde ist auch eher selten. Dennoch haben wir heute gerade mal einen Grad über Null und warm ist es wahrhaftig nicht. Auch die Sonne schafft es nicht wirklich, sich durch die graue Wolkendecke zu schieben, sodass der Himmel heute überwiegend grau und trist bleibt.

Graue Wolkendecke

Dennoch ist mir danach für ein paar Stunden raus zu fahren. Die Kälte zu spüren und dabei auf dem Wasser zu sein. Ich brauche Wind und Wellen, brauche Stille und das Rauschen der See. Die Gischt, die von Bug geteilt wird, während mein Boot mit fünfeinhalb Knoten durchs Wasser rauscht.

Ich möchte einfach nur draußen sein und frage mich selbst manchmal, warum ich so verrückt bin. Wirklich erklären kann ich das nicht. Will ich aber auch gar nicht. Es macht mich einfach glücklich und trotz der Kälte fühle ich mich verdammt gut. Das allein ist Grund genug, warum ich es tue. Glücklich sein.

Kalt, aber schön

In letzter Zeit merke ich wieder verstärkt, wie richtig es war, alles hinter mir gelassen zu haben. Mein altes Leben abgebrochen und zumindest ein Stück weit neu begonnen zu haben. Was hinter mir liegt, kann ich nicht ändern. Es bleibt ein ewiger Bestandteil dessen, wer ich war. Doch jetzt schaue ich nach vorn und habe die Möglichkeit zu sein, wer ich bin. Ich großartiges Gefühl. Eine zweite Chance im Leben für die ich mehr als dankbar bin.

Vergangenes bleibt

Hier draußen kann ich sein, ganz ohne mich verstellen zu müssen und ganz gleich, was andere von mir denken. Doch ich gebe zu, auch ich denke. Und nicht selten frage ich mich, was all die anderen Segler jetzt wohl tun. All die Boote, die scheinbar herrenlos im Hafen liegen. Einsam und verlassen in ihren Boxen ausharren und deren einzige Unterhaltung die Enten sind, die an ihren Rümpfen nach Pocken und Muscheln suchen.

Nein. Findus hatte Glück. Ist nicht den schnatternden Enten ausgeliefert und sich selbst überlassen. Und ich hatte noch mehr Glück, so ein wunderbares Boot mein Eigen nennen zu dürfen. Wir haben einander gefunden und wussten zu Beginn nicht wirklich, wie sehr wir uns gegenseitig brauchen würden. Vielleicht stimmt es doch, dass man eines Tages zurück bekommt, was man gibt. Bei Findus stimmt es jedenfalls.

Wie schwer es auch war. Welche Umwege auch nötig waren. Hier und jetzt weiß ich, mein Weg, auch wenn er noch unendlich lang ist, ist jetzt der Richtige.

Ein winziges Blau am Himmel

Ich freue mich auf das, was in diesem Jahr vor mir liegt und bin gespannt, was Neues zu Tage tritt, was es zu entdecken gibt und was die Zeit mit sich bringt..

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