27. Februar 2021
Raus ins Blau

Wieder ist Wochenende. Wieder blauer Himmel und Sonnenschein. Zwar ist es heute nicht ganz so warm wie vor einer Woche, dennoch verspricht es, ein herrlicher Segeltag zu werden.

Rein ins Blau

Leichte Unsicherheit lässt mich zunächst zweifeln. Flensburg hat aufgrund sehr hoher Inzidenzzahlen eine gesonderte Verordnung und geht seinen eigenen Weg. Laut Landesregierung ist es in Schleswig Holstein erlaubt, Boote zu Wasser zu lassen und sie in Betrieb zu nehmen. Doch genau das ist in Flensburg seit heute explizit verboten.

Einfach hin und her

Unsicherheit. Ich lasse Findus nicht zu Wasser. Mein Boot überwintert dort. Und das aus gutem Grund. Doch soll Segeln nun verboten sein? Nein, denn Sport ist erlaubt. Und Segeln zählt zum Sport. Wo genau der sportliche Aspekt beim gemütlichen Daysailing liegt, erschließt sich mir zwar nicht, aber ich nehme es sportlich und bin sicher, dass ich raus darf.

Überall blau

Ein Anruf bei der hiesigen Wasserschutzpolizei ist vergebens. Keiner da. Wenig später sind sie zwar auf Kontrollfahrt durch den Hafen, doch leider reagieren sie nicht auf mein Winken. Ok, dann fahre ich jetzt einfach und wenn irgendetwas dagegen spricht, dann werden die Ordnungshüter zu See mir das da draußen sicherlich mitteilen, wenn wir uns auf der Förde begegnen.

Just like Summer

Es ist mal wieder traumhaft. Immer wieder muss ich mir ins Gedächtnis rufen, dass wir Ende Februar haben. Kaum zu glauben bei diesen Bildern.

Ein Stegnachbar fragte zum Ende der Sommersaison, ob es denn lohne, das Boot den Winter über im Wasser zu lassen. Ob man es denn überhaupt nutzen würde. Und wie. Um nichts auf der Welt möchte ich mein Schiff fünf Monate ungenutzt in der Halle stehen haben. Es lohnt sich sowas von.

Es ist kaum jemand unterwegs. Drei, vier weitere Boote kreuzen diesen Nachmittag unseren Weg aus weiter Ferne. Auch die Wasserschutzpolizei fährt kommentarlos an uns vorbei und beachtet uns absolut nicht. Alles richtig gemacht, würde ich sagen.

Nach fast zwei Stunden klingelt plötzlich mein Telefon. Ungewöhnlich. Doch ich rechne zunächst mit meiner Tochter an der anderen Seite der Leitung. Doch die number stimmt nicht. Wer mag das jetzt sein? Ein netter Beamter der WaschPo hat meinen Anruf auf dem Display entdeckt und wollte sich zurück melden. Ein kurzes, freundliches Gespräch und die Bestätigung: Ja, wir dürfen segeln!

Findus gefällt das. Bei 4-5 Bft rauscht mein Boot durch die kleinen Wellen und erreicht nach langer Zeit endlich mal wieder seine Rumpfgeschwindigkeit von über sechs Knoten.

Vier Stunden lang rausche ich 17 Meilen hin und her und kreuz und quer durch die Förde und genieße jede Minute. Am Ende möchte ich nicht zurück. Doch ich muss.

Love this ….

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