10. Juli 2019
So viel Schönheit

Was für ein Tag. Faszinierend und beeindruckend. Wo sonst gibt es so viel Schönes? Solche Farben. Stimmungen. Emotionen. Es ist Wahnsinn, was die Welt uns bietet. Wir müssen eigentlich nur da sein und es annehmen. Es geschehen und wirken lassen. Und dankbar sein.

Die Veränderung sehen und spüren und mit ihr auf einer Ebene in die nächste gelangen. Nichts anderes geschieht beim Segeln. Alles ändert sich. Der Wind, der Kurs, die Wellen. Nichts bleibt. Wie selbstverständlich passen wir uns den Verhältnissen an. Ohne Fragen, Forderungen oder Erwartungen. Immer im Einklang. Mal zufrieden, mal hinnehmend. Und manchmal voller Euphorie und Begeisterung.

Ein Farbenspiel auf dem Wasser. So intensiv wie kaum woanders. Intensiv, weil das Auge keinen Focus setzt, sondern das Ganze betrachtet. Weit und frei. Ohne Enge und Begrenzung. Und dabei ist es nur ein Bruchteil dessen was Wirklich ist.

Graue Wolken verhängen den Himmel, die wogende See rast dahin und nimmt Findus mit. Es strömt. Zum Glück zu unseren Gunsten gen Norden. Eine Zeitlang werden wir durchs Wasser gezogen. Solange der Strom mit uns ist, darf er gern etwas schneller sein.

Die Landschaft zieht dahin. Der Wind wird weniger. Gleichzeitig brechen die Wolken auf und ein frisches blau übernimmt die Dominanz am Himmel. Aus 20 Knoten Wind werden zehn. Schon fast langsam segelt Findus durch das seichte, grüne Nass. Hier sind nur noch vier Meter unter uns. Wir ahnen noch nicht, dass die Hafeneinfahrt später noch grüner und flacher sein wird.

Berufsschifffahrt kreuzt unseren Weg. Hier gibt es Fahrwasser. Von Backbord nähert sich ein Frachter. Er ist schnell. Und groß. Der Wind ist eingeschlafen. Und das von hinten. Das heutige Segeln neigt sich den Ende. Unser Ziel liegt direkt vor uns.

Sobald ich es vor Augen habe, wird mir schwer uns Herz. Es ist vorbei. Für heute. Der Weg war das Ziel. Jetzt aber heißt es nochmal Konzentration. Ein unbekannter Hafen. Wie wird er aussehen? Gibt es freie Plätze? Die Spannung steigt. Besonders vor der Hafeneinfahrt. Nur etwas über einen Meter unterm Kiel sieht man deutlich den Grund.

Positiv gestimmt und erleichtert erwartet uns hier eine Überraschung. Der Hafen ist klein. Übersichtlich, gemütlich und ruhig. Der Blick schweift umher und da: Gegenüber steht eine PD. Es ist die Nummer 59. Auf der anderen Seite noch eine. PD 182. Später läuft auch PD 196 ein. Wir haben Glück, dass immerhin eine dabei aus Deutschland kommt. Aus Kiel. Die Eigner sind seit vierzig Jahren im Besitz ihrer Rabot Rouge. Ein kurzer Austausch, eine Zusammenfassung der Erfahrung und die wiederholte Erkenntnis, dass ich genau das richtige Schiff mein Eigen nennen darf. Auch die Dänen haben Interesse. Der gegenseitige Blick aufs Boot, das Grüßen und Lächeln sagen genug aus. Worte sind hier unnötig.

Was für ein Tag. Und wenn es nicht schon rundum schön war, bietet uns die Natur ein weiteres gigantisches Schauspiel.Das nenne ich Glück. Teilhaben zu dürfen an dieser besonderen Schönheit.
Omø. Auf jeden Fall schon jetzt einer der schönsten Häfen diesen Sommer.

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