1. August 2020
Sonnenaufgang und Hafenkino

Wenn es eines gibt, für das es sich lohnt nach nur zwei Stunden Schlaf trotzdem morgens um fünf Uhr aufzustehen, dann ist es ein Sonnenaufgang auf See. Auch wenn sich diesmal ein Streifen Land dazwischen drängelt.

Ablegen um 5:15

Der Hafen schläft noch. Die Stege sind menschenleer. Es scheint, als ruhen die Boote einsam und verlassen in ihren Boxen. Nur mein Motor durchbricht die Stille während ich ablege und den Hafen verlasse. Noch ist es recht windstill draußen. Das soll sich über Tag ändern.

Ich motore ein Stück raus bevor ich Segel setze. Vorsichtshalber das Groß wieder im ersten Reff. Die Sonne geht achtern über dem Land auf. Ich fahre eine Halse um ihr ein wenig entgegen zu segeln. Schließlich habe ich Zeit und bin ihretwegen so früh unterwegs.

Ein paar Meilen genieße ich den Anblick. Immer wenn ich das Glück habe und daran teilhaben darf wie ein neuer Tag erwacht, halte ich inne und bin froh darüber hier sein zu können. Für mich ist das wahre Liebe. Liebe zur Natur und zum Sein.

Sunrise
Spiegelungen
Und wieder ein Traum
Goodbye Høruphav

Die Morgenstunden auf See haben für mich immer einen ganz besonderen Zauber. Es ist nicht nur das Sonnenlicht mit seinen Farben, welche alles in einem besonderes Licht erstrahlen lassen.

Findus im Sonnenlicht

Es ist auch diese Einsamkeit. Dieses wunderbare Alleinsein was es um diese Zeit zu erleben gibt. Es ist eine einzigartige Stille. Ich halte inne und lausche. Lasse es wirken und spüre was es mit mir macht. Wie pures Glück in meinem Herzen wächst. Zeit nur mit selbst zu verbringen ist wahrer Luxus in unserer schnelllebigen Welt.

Ich überlasse wieder einmal Heinrich die Pinne. Er ist an Tagen wie diesen mein bester Freund an Bord geworden. Gutmütig und verlässlich hält er den eingegebenen Kurs. Erst als Wind und Welle ungünstig von hinten kommen übernehme ich das Ruder.

Heinrich segelt

Eine ganze Weile sind Lille Bjørn und Findus die einzigen Boote in der Sønderborger Bugt und der Außenförde. Erst als die Sonne schon hoch am Himmel steht, zeigen sich hinter uns in  der Ferne weitere vereinzelte Segel.

Lille Bjørn
Glitzerwasser

Raumschots kreuze ich nun einige Male hin und her und genieße jede Meile, sowie jede Minute allein auf meinem Boot. Es ist perfekt wie es ist und ich möchte diesen Segeltag so ausgiebig nutzen wie es nur geht. Ich mache lange Schläge, die unnötig sind um das eigentliche Ziel zu erreichen, und lerne die Außenförde aus einem neuen Blickwinkel kennen.

Holnis Spitze
Der Wind nimmt zu

Jetzt Wind nimmt wie angekündigt deutlich zu. Nach über vier Stunden bestem Segelwetter erreiche ich meinen Zielhafen und gebe beim Anlegen bestes Hafenkino. Gestern noch mit Kim und Andi drüber gesprochen, dass jeder mal zur Belustigung anderer beitragen muss, stelle ich mich heute freiwillig.

Quer in drei Boxen liegend und vom Wind an die Dalben gedrückt hole ich tief Luft, gehe in mich und rette Findus und mich aus der misslichen Lage. Ein neuer Versuch ist erfolgreich und zum Glück steht ein Segler bereits am Steg bereit und nimmt die Vorleinen gerade noch rechtzeitig entgegen bevor mir der Bug erneut wegdriftet. Egal. Hauptsache erstmal irgendwie fest.

Später füllt sich der Hafen und ich stelle fest, ich war an diesem Tag nicht die einzige, die feinstes Hafenkino zu bieten hatte. Zahlreiche Segler und Motorbootfahrer konnten mit ihren Darbietungen fantastisch mithalten.

Belohnung am Abend

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