12. Juli 2019
Storebælt

Vor zwei Jahren dachte ich noch, bis hier werde ich niemals kommen. Der große Belt war für mich unendlich weit weg. Jenseits aller erreichbaren Gewässer oder Häfen. Ich wusste nicht mal, ob ich je um Fyn rum kommen würde. Und nun habe ich die Vestbroen von Süd nach Nord passiert.

Vielleicht hatten wir einfach nur Glück und das Wetter war gnädig mit uns. Achterliche Winde um 10 Knoten, erst kaum Welle, dafür aber Strömung mit uns. Im Nu war Findus durch.

Das ist er nun also, der Große Belt. Hier sieht man vermehrt große Pötte am Horizont. Zu weit weg, als das wir mit ihnen in Berührung kommen könnten. Dennoch, irgendwie fühlt es sich an, als sei man hier erst richtig auf See. Die Entfernungen werden weiter. Das Land kleiner und unscheinbarer. Dennoch ist es da.

Sobald ich Richtung Land muss, wird mir schwerer ums Herz. Ich möchte lieber wieder ins offenere. Der Wind nimmt leicht zu und die Wellen schubsen uns nun kräftig an. Zum Glück passt der Kurs auf Kerteminde nicht ganz. So bleibt noch ein bisschen Zeit.

Der nächste Tag ist trüb. Es ist vier Uhr morgens. Intuitiv wache ich auf. Heute sollte es früh losgehen. Aber der Regen, der sanft und leise aufs Deck klopft hindert mich daran aufzustehen. Der Himmel ist grau verschleiert. Es ist dunkler draußen wie die letzten Tage. Das zarte Geräusch über mir lässt mich beinahe wieder einschlafen. Plötzlich aber hämmern die Tropfen in dumpfen und schweren Tönen auf die Aufbauten. Kontinuierlich und mit einer Ausdauer, die weder Schlaf zulassen, noch die Aussicht auf schönes Segeln versprechen.

Irgendwann wird es ruhiger, wenn auch nicht wirklich heller. Wir sind nicht die einzigen die weiter möchten. Und so geht es unter Motor weiter Richtung Norden.

Der Himmel ist erst nach 20 Meilen gnädig und zeigt ein bisschen blau. Den Wind allerdings hält er heute komplett zurück. Flaute von achtern. Die gesamte Strecke.

Wir erreichen Samsø bei aufklarender Sicht. Der Hafen ist voll. Komplett voll. Wir gehen erst einmal ins Päckchen, fühlen uns dabei aber nicht wohl. Große Yachten, stehen in zu kleinen Boxen. Kleine Boote gehen ins Päckchen bei viel zu großen. Irgendwas stimmt hier nicht. Wir haben Glück. Ganz am anderen Ende ist eine kleine Box frei. Ein wenig zu klein. Zu eng. Das erste Mal muss Findus in die Box gedrückt werden. Egal. Wir stehen.

Ballen auf Samsø ist aus meiner Sicht der typische Touristen Ort. Viel zu voll. Zu laut. Zu wuselig. Der Badestrand direkt neben an sieht zwar traumhaft aus und lädt zum träumen ein, überzeugt aber durch die Menschenmassen eher weniger. Einzig der Blick nach draußen ist ein Traum.

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