12. Oktober 2026
Dieseltank Teil I

Irgendwann musste es so weit kommen und eigentlich war es auch nur noch eine Frage der Zeit. Schon im letzten Sommer hatte ich große Sorge, dass mein Tank die Ursache sein wird, dass mein Motor irgendwann aufgrund von Dieselpest seinen Dienst versagen könnte. Durch den kleinen Sichtschlauch am Tank konnte man bereits seit einigen Jahren eine schleimige Masse erahnen, doch ins Innere des Tanks kann man leider aufgrund einer fehlenden Inspektionsluke nicht sehen und so habe ich den Austausch von Jahr zu Jahr weiter aufgeschoben. Dieses viele „könnte“ hat mich einfach immer davon abgehalten, wirklich etwas zu unternehmen und solange noch alles lief, habe ich mich da auch einfach nicht wirklich ran getraut. Frei nach dem Motto „Never touch a running System“

Doch wenn ich schon bewusst nicht auf mich selbst höre, dann muss Findus mir eben unmissverständlich aufzeigen, dass ich nun endlich zu handeln habe, bevor es doch in absehbarer Zeit zu spät ist. Findus ist in diesem Fall durch meine unbewusste Nachlässigkeit das Sprachrohr, auf das ich nun doch wirklich reagieren muss.

Ich war schon länger nicht mehr richtig unterwegs und dieser Sommer hat mich recht mutlos zurückgelassen. Private Sorgen, die mir oft meine Energie rauben, finanzielle Engpässe und auch die Unbeständigkeit des Wetters mit seinen zu starken oder zu schwachen Winden hielten mich und auch mein Schiff gefangen. Gefangen in der engen Box im Hafen und gefangen im Herzen. So soll es nun aber nicht mehr weiter gehen, weshalb ich jetzt mein Boot aufräume, ordentlich sauber mache und betanke, damit es für einen hoffentlich kommenden Herbsttörn vorbereitet ist. Den Dieseltank schiebe ich dabei mal wieder zur Seite.

Nur wenige Tage später sitze ich nun im Cockpit, als mein Sohn an Bord kommt und fragt, ob ich noch tanken möchte. Komisch, das er mich das gerade jetzt fragt, wo ich es doch gerade erst gemacht habe. Ich verneine seine Frage und möchte wissen, wie er darauf kommt. „Weil dein Tankdeckel offen ist.“, sagt er nur kurz und ich erstarre innerlich für einen kurzen Moment. Das kann jetzt nicht sein oder? Habe ich allen ernstes wirklich vergessen, des Stutzen wieder fest zu schrauben? Im selben Augenblick erinnere ich mich an den Regen der letzen Tage. Scheiße.

Jetzt gibt kein Zurück. Jetzt muss ich handeln. Wer weiß, wie viel Regenwasser nun wirklich in den Tank gelangt ist. Wasser im Tank bedeutet der Tod meiner Maschine. Und selbst wenn die Menge nur gering ist, so begünstigt sie das Wachstum der Algen im Tank, was dann zur Folge hat, dass die ohnehin vermutete Dieselpest zusätzlich Nahrung bekommt. Nein, jetzt muss ich handeln, da gib es definitiv keine zwei Meinungen mehr und auch das ewige Könnte mit seiner unausgesprochenen Hoffnung zieht jetzt nicht mehr.

Vorerst versuche ich zu retten, was noch zu retten ist und lasse den Diesel aus dem Tank komplett ab. Dafür nehme ich die Dieselzuleitung vom Motor und pumpe den Treibstoff mit einer kleinen Handpumpe ab. Ich habe nur einen kleinen, um die 20 Liter fassenden Tank und so passt alles in eine durchsichtige Kiste. Da Wasser schwerer ist als Diesel, sehe ich so, wie sich eine kleine Pfütze unten am Boden absetzt. Es ist ein bisschen wie eine Vulkanlampe, wenn man die Kiste bewegt und das Wasser am Grund hin und her fließt.

Den sauberen Diesel fülle ich zurück in meine Kanister und versetze ihn der Sicherheit wegen mit einem kleinen Schuss eines Biozid haltigem Mittels. Den verunreinigten Anteil entsorge ich fachgerecht.

Wie ich es auch drehe und wende, den alten Tank möchte ich nun einfach nicht mehr benutzen. Ich möchte endlich ein ordentliches System haben. Einen sauberem Tank, davor einen Wasserabscheider und Vorfilter und letztlich auch eine vernünftige Tankanzeige und keinen schwabbeligem Schlauch mehr. In der Backskiste wird kein Platz mehr sein, denn der neue Tank ist aus Plastik und kann mich an die Innenseite des Stauraums gehängt werden. Außerdem fasst er rund 60% mehr Inhalt und ist somit vom Volumen her um einiges Größer. Den dürftigen Platz kann er sich unmöglich nich mit den 12 Volt System, den Batterien und der Ladeelektrik teilen.

Mein Plan ist es, ihn hinter den Motor in den „toten Raum“ zu platzieren, doch dafür muss ich in dem Bereich vorerst die rotten Holzschotten zwischen dem verlängertem Motorraum und der Backbordbackskiste erneuern. Es gibt also einiges zu tun, bevor es hier weitergehen kann,

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