19. Juli 2020
Der Künstler

Morgens, es ist kurz vor fünf Uhr, als ich plötzlich aus dem Nichts wach werde. Ein kurzer, rascher Blick aus dem Fenster. Der Himmel brennt. Aber alles schläft.

Burning Sky

Ich will direkt los. Keine Sekunde vergeuden. Wind wird es ohnehin auch heute keinen nennenswerten geben. Die Messstation ein paar Meilen weiter südlich zeigt aktuell einen Knoten an. Wozu also warten. Ich möchte noch ein mal das Alleinsein da draußen genießen. Die Stille und den Anblick in mich aufnehmen. Möchte noch einmal Sein. Mich noch einmal wirklich zu Hause fühlen. Angekommen. Also legen wir direkt ab. Für alles weitere wird unterwegs genug Zeit sein, wenn Harry und Heinrich uns über den kleinen Belt bringen.

Sonnenaufgang über Lyø
Into the sun
Geniale Spiegelung

Zum wiederholten Male staune ich über das tägliche Erwachen eines neuen Tages. Dieser ewige Kreislauf. Milliarden Jahre alt und doch täglich jung und frisch. Diese unvergleichlichen und wunderbaren Farben, gemalt von einem Künstler, der unübertrefflicher nicht sein kann. Ein Künstler mit dem Namen Natur. Ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit.

Genau das ist es, was ich brauche. Was mich glücklich macht. Schwerelos auf meinem Boot übers Wasser ziehen und dabei ein Teil des großen Ganzen sein zu dürfen. Es ist ein inniges Gefühl, was ich bei diesem Anblick spüre. Ein Lächeln steigt in mir auf. Wieder und wieder raubt es mir den Atem und ich staune über jede noch so kleine Veränderung im morgendlichen Farbenspiel.

Skjoldnæs
Die dänische Südsee schläft noch

Über dem Festland Fyns steigen derweil Nebelstreifen empor und erstrecken sich entlang der gesamten sichtbaren Küste, während die idyllischen Südseeinseln Lyø, Avernakø und Bjørnø klar und deutlich vor mir liegen. So mag ich sie, die dänische Südsee. Still. Ruhig. Und irgendwie geheimnisvoll.

Nebel über dem Festland

Seit zwei Stunden bin ich nun bereits unterwegs. Der Harry juckelt mit beständigen fünfeinhalb Knoten vor sich hin, während der Kurs konstant bei 100° Grad liegt. Zeit fürs Frühstück.

Spärliches Frühstück an Bord

Nebenbei gucke ich, wie die Aussichten bezüglich des Windes in die geplante Region für die kommende Woche stehen. Und es kommt, wie es kommen musste. Es ist zum verrückt werden. Entweder kein Wind, oder wenn Wind, dann zu viel. Sechs Bft müssen nicht sein. Nicht mit meinen Kindern als Crew.

Spontan entscheide mich also um und cancel meinen Plan gen Norden zu fahren. Der Store Bælt muss warten. Oder besser gesagt, ich muss auf den Store Bælt warten. Leider.

Stattdessen setze ich neuen Kurs auf Marstal.

Dort treffe ich Torben, Eigner von PD 206, Blue Star. Nach einer privaten Stadtführung durch kleine Gänge und vorbei an hübschen Häusern zu denen es individuelle Geschichten gibt, tauschen wir uns über unsere Pds aus. Torben ist seit vierzig Jahren vertraut mit der Polaris und hat mir auch in der Vergangenheit schon viele nützliche Tips geben können.

Es ist schön Freunde in fremden Häfen zu haben. Danke für deine Gastfreundschaft Torben. Ich hoffe, wir sehen uns auch im nächsten Jahr.

Box von Blue Star, PD 206
Winziges Haus
Wandmalerei
Kleine Gassen
Hausnummer
Schmale Wege
Ja, willkommen…

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