3. August 2019
Ein Traum geht zu Ende

Seit Tagen spüre ich, wie schwer mir der Rückweg fällt. Der Schlag von Bogense nach Assens war der letzte, der neues Revier mit sich brachte. Seitdem fühle ich mich zu Hause. Und gleichzeitig auch wieder nicht. Denn Zuhause ist wo man sich wohl fühlt. Nicht zwingend wo man wohnt.

Sonnenaufgang beim Verlassen von Assens Marina

Angekommen in der dänischen Südsee verändert sich nicht nur das Bild, sondern auch die Atmosphäre. Die Stille und Ruhe die einige Meilen weiter oben noch dominierte ist hier nicht so ausgiebig zu spüren.

Leuchtfeuer Helnæs

Aus allen Ecken und Winkeln tauchen Boote auf. Von allen Seiten tauchen die auf, nähern sich schnell und haben nur ein Ziel. Einen Platz im Hafen.

Nur früh am Morgen sind die Stege leer.

Südsee ist Hafen Hopping. Selbstverständlich ist die Gegend schön anzusehen. Mit landschaftlich eindrucksvollen Farben. Grüne Hügel auf sandigen Hängen. Gelbe Felder durchzogen mit dunkelgrünen Baumgruppen. Untermalt in einem tiefen Blau unterhalb der Klippen und umrahmt im unendlichen Blau des Himmels. Manchmal durchzogen von zarten weißen Wölckchen. So zumindest die letzten Tage.

Klippen vor Æreskøbing

Dieses liebliche Bild jedoch lockt unzählige Segler in die kleinen Häfen und Ankerbuchten. Aufgrund der Nähe zeitlich gut erreichbar für Urlauber des gesamten Ostseeraums. Dänen von Fyn, Langeland, Lolland und dem Festland sind unterwegs. Auch weiter Angereiste finden sich hier und da. Und alle möchten einen Platz im idyllischen Urlauberparadies ergattern.

Außenmole alter Hafen Æreskøbing

Mir sind das entschieden zu viele Menschen. Vielleicht ist es gar nicht das Land, was mein Herz beim Blick über die Reling schwer werden lässt. Oben, im Kattegat, gab es auch volle Häfen. Oft war der nächste aber um die 30 Meilen entfernt. Eine Wahl, welches das nächste Ziel wird, gibt es oft nicht wirklich. Hier ist das anders. Dicht an dicht liegen die Ziele. Überfüllt, anonym. Die Atmosphäre eine gänzlich andere.

Regen und Gewitter leiten das Ende des Sommertörns ein

Meine Stimmung kippt. Ich fühle mich nicht wohl. Hier möchte ich nicht sein. Nicht jetzt, in der Hochsaison. Ich fühle der Sommertörn ist Ende.

Schwalben an Bord

Ich werde geweckt vom Gezeter der Schwalben. Zu Hauf sitzen sie auf den Booten und rufen einander. Tauschen Plätze, fliegen fort um direkt zurück zu kommen. Ich möchte los. 45 Meilen Richtung Heimathafen. Ohne Wind. Heute werden Harry und Heinrich übernehmen, während ich die letzten Wochen Revue passieren lasse.

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