3. Oktober 2019
Herbstsegeln

Es ist Herbst geworden. Und kalt. Nachts sinkt das Thermometer bereits auf 5-3 ℃ ab. Auch tagsüber ist es frisch geworden.

Herbst auf den Straßen

Mich hält das jedoch nicht davon ab doch nochmal die Leinen im Heimathafen los zu machen und ein paar Tage aufs Wasser zu kommen.

Auch in Grau ist es schön auf dem Wasser

Die Überfahrt nach Langballig war nicht weiter wild. Der Wind kam direkt von achtern. Nur mit Vorsegel sind wir 14 Meilen gefühlt mit durchschnittlichen 4,5kn gemütlich unterwegs gewesen.

Wind von achtern

Teilweise blieb der Wind sogar weg. Beide Segel hätten nicht aber viel genutzt, da bei derart achterlichen Winden mal wieder nur Schmetterling in Frage gekommen wäre. Und das bei einer Welle, die teilweise schneller war wie das Boot und sich mit einem Rauschen unter uns hindurchzog.

Das Schöne bleibt hinter uns
Auch auf der Förde ein Traum
Diese Farben, einfach nur schön

Wir hatten zeitlich etwas Druck. Mussten zeitnah im Hafen sein um Emma dort vom einem nahe gelegenen Geburtstag abzuholen. So haben wir auf Experimente verzichtet und Wind und Wellen genommen wie kamen. Schnell waren wir allemal.

Schwiegermutter
Can’t get enough

Der Hafen leert sich zu dieser Jahreszeit. Es ist bereits stockdunkel als wir ankommen.

Zielhafen recht voraus
Die Positionslichter allein bringen kaum Licht

Mit dem Scheinwerfer finden wir schnell eine freie Box die auf grün ist. Mit dem Bug zur Förde garantiert dieser Platz für den nächsten Tag einen schönen Ausblick und Ruhe vor Menschen.

Blick auf die Förde
Der Steg ist menschenleer

Jetzt aber bläst es mit 30 Knoten direkt von vorn. Wasser peitscht über die Mole. Es sieht gespenstisch aus. Tiefe dunkle Nacht herrscht da draußen. Die Steinmole zieht sich wie ein schwarzes Band parallel entlang zum Steg. Weiße Gischt steigt empor und der Wind dröhnt und schreit. Nicht nur mein Boot hüpft unaufhörlich auf und ab. Alle springen um die Wette. Als wollten sie sich lösen von ihren Fesseln. Es quietscht und knirscht. Besonders im Inneren des eigenen Bootes. Die Leinen reiben sich am Metal der Klampen und der Rumpf überträgt und verteilt dieses Geräusch. Findus schaukelt kräftig. Dabei wird das Boot von den Festmacherleinen stark und ruckartig wieder und wieder zurück gezogen. Ich habe ein wenig Angst um meine Klampen. Hoffe sie halten dem Sturm die Nacht über stand. Besonders an Steuerbord. Rausgerissen war sie dem Voreigner und von mir nach bestem Gewissen und Können und dennoch laienhaft geflickt.

Es ist doch etwas anderes, wenn es stürmt und man nicht an Bord ist. Denn jetzt bin ich hier. Liege auf der Koje und lausche dem Wind, wie er über uns hinweg rast. Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Intensivität und Ausdauer er sein Werk vollbringt.

Ich genieße das Schaukeln, spüre mein Schiff und weiß es wird mich die Nacht über in Geborgenheit schützen. Es ist warm hier drin. Fast zu warm. Die Heizung Goldwert.

Es ist schön hier an Bord.

T8

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