13. Juli 2019
Waschtag

Heute wollte ich von Samsø nach Grenaa. Fast 40 Meilen, bei Findus‘ Möglichkeiten und kaum Wind sind das 8-9 Stunden. Für Emma ’ne Tortur. Für mich ein Traum. Damit Emma wenigstens einen Teil der Strecke verschläft, wollte ich wieder früh los. Die Sonne stand bereits recht hoch, es war für die frühe Uhrzeit sogar schon angenehm warm. Doch Urplötzlich, der Motor lief schon, legt sich ein dichter Nebelteppich über den Hafen. Aktion direkt abgebrochen. Das kann ich als Schiffsführerin nicht verantworten. Davor habe ich doch zu viel Respekt.

Mein Boot ist klein. Zu klein. Ich habe kein AiS, kein Radar. Beim installieren des Funkkabels habe ich einen Fehler gemacht. Ich kann nicht funken, nicht empfangen. Nur manchmal dringt Lyngby Radio durch. Findus ist nicht gut genug ausgestattet, ich nicht genügend erfahren. Ich bin Schiffsführer und Mutter in einem. Doppelte Verantwortung, doppelte Belastung und permanent nur halb so viel genießen und Sein. Das ist manchmal zu viel. Heute ist es zuviel. Stattdessen Hafentag. Wäsche trocknet bestimmt gut bei Sonne und leichtem Wind.

Und doch möchte ich so gern raus…. aber es ist zu spät. Der Nebel hat sich längst verzogen, hat uns aber zu viel Zeit gekostet. Die See ist spiegelglatt. Die Sonne brennt und der Wind ist zu zart. Acht Stunden müsste ich motoren um den nächsten Hafen zu erreichen der einigermaßen Sinn macht. Von Segeln bei Flaute gar nicht zu sprechen. Schon ersteres kann ich meiner Tochter nicht antun. Hier entscheide ich als Mutter. Also bleiben wir hier. Im sonnigen Hafen, mit Sandstrand und allein unter Fremden. Zu vielen Fremden. Zu vielen Menschen.

Ich fühle mich einsam. Um mich herum unzählige Dänen. Pärchenweise sitzen sie auf ihren Booten. Ich gehöre hier nicht hin. In jedem Hafen habe ich das selbe Gefühl. Hier bin ich einfach falsch. Ich möchte wieder raus. Weit raus. Dahin wo es offen ist. Wo ich kein Land sehe. Wo Himmel und Wasser eins werden. Egal ob in grau- oder blautönen. Wenn ich da draußen bin, fühle ich mich richtig. Zwar bin ich allein, aber nicht einsam. Ich möchte einfach auf meinem Boot sein, spüren wie die Wellen es tragen, in die Ferne blicken und es wirken lassen. Es fasziniert mich. Macht mich glücklich. Viel zu schnell ist es immer vorbei.

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