1. August 2020
Zeit für Gedanken

Es ist wie verhext. An einem Tag kachelt der Wind wie verrückt und pustet derartig kräftig, dass an ein Rausfahren gar nicht erst zu denken ist und am Tag darauf geht ihm vollkommen die Puste aus. Zwei Knoten Wind haben wir. Mit anderen Worten: Es ist Flaute. Dafür aber zur Abwechslung mal mit herrlichem Sonnenschein und entsprechenden Temperaturen.

Glatte See

Also mal wieder unter Maschine los und hoffen, dass sich unterwegs wenigstens eine frische Brise ergibt. Doch die Hoffnung ist, wie so oft im Leben, leider vergebens. Es bleibt windstill. Harry und Heinrich kennen das bereits und übernehmen wieder, während mir genug Zeit bleibt meinen Gedanken nach zu hängen.

Ideale Kulisse zum sinnieren

Ich liebe es einfach hier draußen allein zu sein. Diese Form der selbst gewählten Einsamkeit birgt so derart viel Liebe in sich, dass ich im Herzen förmlich spüre wie sie mich tief im Inneren berührt. Ich bin einfach glücklich hier draußen. Und vor allem glücklich hier sein zu können. Es geschafft zu haben. Den toten Punkt der letzten Wochen überwunden zu haben.

Allein mit mir und meinen Gedanken

Es ist nicht lange her, da dachte ich ans Aufgeben. Ich war mit mir und meinen Gefühlen nicht im Reinen. Hatte Ängste, düstere Gedanken und fühlte ganz viel Unsicherheit. Auch Zweifel, ob mein Boot das richtige für meine Träume ist.

Glücklicherweise gibt es Begegnungen im Leben, in diesem Fall virtuell via Facebook, die einem neuen Mut zusprechen. In diesem Fall ist es Mads. Er segelt ebenfalls eine Polaris Drabant 26 und hat sich gerade auf den Weg von Århus zu den Kanarischen Inseln gemacht. Ein verrückter Typ. Ähnlich fühlend da draußen und mit derselben Liebe zu seinem Boot. Es ist also möglich. Und dabei liegen meine Träume bei weitem nicht so weit entfernt wie seine. Ich danke dir Mads, für deine lieben Worte und den Mut und wünsche dir alles erdenklich Gute.

Angekommen vorm Hafen und leicht nervös folge ich Mads‘ Ratschlag und atme erst einmal tief durch um meine aufsteigende Angst in den Griff zu bekommen. Es funktioniert. Am Steg steht zufällig bereits eine weitere Bekannte, die mich von weitem erkennt und die Leinen entgegen nimmt. Ich spüre wie mehr und mehr Last aus mir weicht und ich auch Einhand in fremden Häfen sicherer mit mir und meinem Boot werde.

Beim anschließenden Landgang lasse ich die letzten Tage Revue passieren. Ich fühle meine Energie zurück kehren und weiß ich bin wieder da.

Abgelegene Natur
Einsame Pfade
Einfach schön
Steinweg entlang der Küste

Den Abend lasse ich dann bei Mondschein mit Kim und Andi auf ihrer Coolwool ausklingen und stelle erfreut fest: Es ist egal, ob du einen großen Schlitten von über 40 Fuß segelst oder ein kleines altes Boot dich übers Wasser trägt. Wenn du es im Herzen trägst, dann bist du richtig.

Hafeneinfahrt am Abend
Mondzeit

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